Geschlechterunterschiede

Hochaltrige Frauen und Männer unterscheiden sich in einigen wesentlichen Aspekten sehr deutlich voneinander, insbesondere hinsichtlich ihres Gesundheitszustandes. Einerseits machen Frauen zwar den größten Teil der hochaltrigen Bevölkerung aus – laut Statistik Austria waren im Jahr 2013 rund 67% aller ÖsterreicherInnen im Alter von 80+ weiblichen Geschlechts –, andererseits befinden sich Männer im hohen Alter tendenziell in einem besseren körperlichen Allgemeinzustand und weisen geringere Morbiditätsraten auf als Frauen. D.h. Männer, sofern sie ein hohes Alter erreichen, sind offenbar überwiegend gesünder als hochaltrige Frauen.

Gesundheitszustand nach Geschlecht Hochaltrigkeit
Gesundheitszustand nach Geschlecht, Teil 1

So sind Frauen beispielsweise häufiger multimorbide und leiden unter stärker ausgeprägten Mobilitäts- und Funktionalitätseinschränkungen als Männer. Ebenso sind ihre kognitiven Funktionen tendenziell etwas stärker beeinträchtigt als jene von Männern (Demenz). Dementsprechend sind hochaltrige Frauen auch häufiger auf Hilfe im Alltag angewiesen und schätzen ihren Gesundheitszustand deutlich schlechter ein als hochaltrige Männer. Schließlich leiden Frauen auch wesentlich häufiger unter Depressionen, was einerseits auf ihren allgemein schlechteren Gesundheitszustand zurückzuführen sein dürfte, andererseits aber auch darauf, dass Frauen im hohen Alter wesentlich häufiger als Männer verwitwet bzw. alleinstehend und daher öfter von Einsamkeit und sozialer Isolation betroffen sind.

Gesundheitszustand nach Geschlecht, Teil 2
Gesundheitszustand nach Geschlecht, Teil 2

Aufmerksamkeit verdienen besonders auch sozioökonomische Unterschiede zwischen hochaltrigen Männern und Frauen.

Aufgrund der in dieser Generation noch deutlich stärker ausgeprägten Ungleichheit zwischen den Geschlechtern und der im Vergleich zu heute wesentlich größeren Bildungsbenachteiligung von Frauen, stellt sich der sozioökonomische Status hochaltriger Frauen überwiegend schlechter dar als der von Männern. Hochaltrige Männer haben im Durchschnitt sowohl ein höheres Bildungsniveau als auch ein deutlich höheres Einkommen als hochaltrige Frauen. Als Folge ihrer schlechteren Einkommenssituation, haben hochaltrige Frauen daher wesentlich erhöhtes Risiko für Altersarmut. Davon sind insbesondere alleinstehende Frauen aus niedrigeren sozialen Schichten betroffen.

Altersarmut nach Geschlecht (Einkommen < 1000€/Monat

Altersarmut (Einkommen < 1000€/Monat) nach Geschlecht

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