Mortalität

Mit höherem Alter steigt auch die Sterbewahrscheinlichkeit (Mortalität). Dabei haben jedoch bestimmte Faktoren einen erheblichen Einfluss auf die Sterblichkeit bzw. auf das weitere Überleben ins noch höhere Alter. Mortalitätsanalysen sind daher ein wesentlicher Bestandteil von Hochaltrigenstudien.

Zwischen Ersterhebung (2013) und Zweiterhebung (2016) der ÖIHS sind rund 18% der Studienteilnehmer/innen verstorben. Zentraler Faktor der Mortalität war der physische und funktionale Status. Das heißt, die Wahrscheinlichkeit, zwischen Erst- und Zweiterhebung zu versterben, war umso höher, je schlechter der gesundheitliche und funktionale Zustand der Teilnehmer/innen zum Zeitpunkt der Ersterhebung 2013 war. Ein stark erhöhtes Mortalitätsrisiko bestand insbesondere bei Einschränkungen der Mobilität, bei einem hohen Medikamentenkonsum und bei negativer subjektiver Bewertung der eigenen Gesundheit.

Mortalität nach Gesundheitszustand bei Ersterhebung (Zweiterhebung 2016, Wien/Steiermark

Auch psychische Faktoren haben einen sichtbaren Einfluss auf die Sterblichkeit im hohen Alter. So ging etwa ein vermindertes psychisches Wohlbefinden zum Zeitpunkt der Ersterhebung (z.B. depressive Symptome, Einsamkeit) mit einer erhöhten Sterbewahrscheinlichkeit einher.

Auch der kognitive Status hatte eine beträchtliche Auswirkung auf das weitere Überleben der Studienteilnehmer/innen. Ein demenzverdächtiger kognitiver Test im Rahmen des geriatrischen Assessments der Ersterhebung 2013 war verbunden mit einer doppelt („Test auffällig“) bis dreifach („Test sehr auffällig“) erhöhten Wahrscheinlichkeit, bei der Zweiterhebung nicht mehr am Leben zu sein.

Mortalität und psychisches Wohlbefinden – depressive Symptome & Einsamkeit (Zweiterhebung 2016, Wien/Steiermark)
Mortalität nach kognitivem Status (Zweiterhebung 2016, Wien/Steiermark)

Große Unterschiede hinsichtlich der Mortalität bestehen entlang des sozioökonomischen Status: Teilnehmer/innen mit niedriger Bildung und niedrigem Einkommen hatten eine etwa doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit, bei der Zweiterhebung nicht mehr am Leben zu sein, wie Teilnehmer/innen mit hoher Bildung und hohem Einkommen. Dies ist deutet auf eine erhebliche soziale Ungleichheit hinsichtlich des Überlebens ins hohe und höchste Alter hin und ist vor allem unter dem Aspekt der gesundheitlichen Chancengerechtigkeit von Relevanz.

Mortalität nach sozioökonomischem Status (Zweiterhebung 2016, Wien/Steiermark)

Weitere Faktoren, die einen Einfluss auf das Überleben der Teilnehmer/innen hatten, sind: Lebenszufriedenheit, soziale Eingebundenheit (Größe des sozialen Netzwerks) und erreichtes Alter der Eltern.



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