Altersbilder

Altersbilder wirken nicht nur als Spiegel realer Lebensbedingungen, sondern entfalten auch eigenständige Effekte, indem sie unmittelbare Konsequenzen für individuelles Verhalten, Gesundheit und Lebensqualität haben. Positive Altersbilder können als psychologische Ressource verstanden werden, die Selbstwirksamkeit stärkt, präventives Verhalten fördert und damit zur Aufrechterhaltung körperlicher und kognitiver Funktionen beiträgt. Umgekehrt können negative Erwartungen an das Altern zu Resignation, geringerer Aktivität und einer verzögerten Inanspruchnahme gesundheitlicher Versorgung führen.

Die Befunde zum individuellen Altersbild hochaltriger Menschen zeichnen ein differenziertes, für die Alterspolitik hoch relevantes Bild. Grundsätzlich zeigt sich, dass hochaltrige Menschen in Österreich mehrheitlich ein eher positives Altersbild aufweisen. Mehr als zwei Drittel der Befragten bewerten ihr eigenes Altern positiv, während stark negative Altersbilder selten sind.

Altersbild (Altersbilder-Skala, ÖIHS IV 2023/24

Dieses insgesamt günstige Bild relativiert sich jedoch, wenn man die einzelnen Dimensionen betrachtet, aus denen sich das subjektive Alterserleben zusammensetzt. Während Aspekte wie Selbstkenntnis, Gelassenheit und soziale Einbindung überwiegend positiv bewertet werden, dominieren in Bezug auf körperliche Entwicklung und persönliche Weiterentwicklung eher negative Einschätzungen. Altern wird von der großen Mehrheit mit nachlassender Vitalität, sinkender Belastbarkeit und gesundheitlichen Einbußen assoziiert, während nur eine Minderheit davon ausgeht, im Alter noch neue Fähigkeiten entwickeln oder Ideen verwirklichen zu können.

Altersbild – einzelne Dimensionen (ÖIHS IV 2023/24)

Dieses Ergebnis bildet sich im Wesentlichen auch in den qualitativen Daten der ÖIHS-Fokusstudie zum Thema „Altersbilder, Altersdiskriminierung und Gewalt im Alter“ ab. Gefragt nach den aus ihrer Sicht eher negativen Seiten des hohen Alters, nennen hochaltrige Menschen an erster Stelle gesundheitliche und funktionale Einschränkungen, die das Älterwerden mit sich bringe.

Die große Bedeutung, die Gesundheit und Funktionalität im subjektiven Blick auf das eigene Alter(n) einnehmen, wird auch daran ersichtlich, dass die Abwesenheit von ausgeprägten gesundheitlichen und funktionalen Einschränkungen von vielen Teilnehmer/innen als besonders wichtig für ein gutes und zufriedenstellendes Leben im hohen Alter betont wird. Solange man „halbwegs gesund“ sei und sich die altersbedingten „Wehwehchen“ einigermaßen im Rahmen halten, sei „alles okay“.